Handwerker Stundenlohn 2025/2026: Alle Gewerke

Was kostet ein Handwerker pro Stunde? Die Stundenlöhne variieren je nach Gewerk erheblich — von 35 EUR beim Maler bis über 75 EUR beim Dachdecker. In diesem Ratgeber findest du eine aktuelle Übersicht aller Gewerke, erfährst warum der Stundenlohn so hoch ist und bekommst Tipps für faire Preise.

Stundenlohn-Tabelle nach Gewerk (2025/2026)

Die folgenden Stundenlöhne sind Netto-Verrechnungssätze (ohne MwSt.). Sie beinhalten den Lohn des Handwerkers plus die betrieblichen Gemeinkosten. Materialkosten kommen jeweils noch hinzu.

Gewerk Stundenlohn (netto) Stundenlohn (brutto, inkl. MwSt.)
Maler & Lackierer35 - 50 EUR42 - 60 EUR
Bodenleger38 - 55 EUR45 - 65 EUR
Fliesenleger40 - 60 EUR48 - 71 EUR
Tischler / Schreiner42 - 65 EUR50 - 77 EUR
Maurer42 - 60 EUR50 - 71 EUR
Elektriker45 - 65 EUR54 - 77 EUR
Klempner / Sanitär (SHK)50 - 70 EUR60 - 83 EUR
Heizungsbauer50 - 70 EUR60 - 83 EUR
Dachdecker55 - 75 EUR65 - 89 EUR
Zimmerer50 - 70 EUR60 - 83 EUR
Glaser45 - 65 EUR54 - 77 EUR
Notdienst (Wochenende/Nacht)80 - 150 EUR95 - 179 EUR

Stand: 2025/2026. Durchschnittswerte für Deutschland. Regionale Unterschiede möglich.

Warum ist der Handwerker-Stundenlohn so hoch?

Viele Kunden wundern sich über Stundensätze von 50 EUR oder mehr. Dabei verdient der Handwerker selbst nur einen Bruchteil davon. So setzt sich der Verrechnungssatz zusammen:

Kalkulation: Was steckt im Stundensatz?

Bruttolohn des Gesellen 18 - 22 EUR/Std.
Lohnnebenkosten (Sozialabgaben, ~40%) 7 - 9 EUR/Std.
Betriebskosten (Werkstatt, Fahrzeuge, Werkzeug) 5 - 8 EUR/Std.
Verwaltung (Büro, Software, Buchhaltung) 3 - 5 EUR/Std.
Versicherungen (Haftpflicht, Berufsgenossenschaft) 2 - 4 EUR/Std.
Gewinn und Rücklagen 3 - 7 EUR/Std.
= Verrechnungssatz (netto) 38 - 55 EUR/Std.

Vom Verrechnungssatz von beispielsweise 50 EUR/Stunde erhält der Handwerker als Geselle also nur ca. 18-22 EUR brutto. Die restlichen 28-32 EUR decken die betrieblichen Kosten und den Unternehmerlohn des Meisters.

Dazu kommt: Handwerker können nicht 8 Stunden am Tag verrechenbare Arbeit leisten. Anfahrtszeiten, Materialbesorgung, Verwaltung und Leerlaufzeiten reduzieren die produktiven Stunden auf ca. 5-6 Stunden pro Tag. Die nicht verrechenbaren Stunden müssen in den Stundensatz einkalkuliert werden.

Anfahrtskosten und Mindestpauschalen

Neben dem Stundenlohn fallen oft weitere Kosten an, die den Gesamtpreis beeinflussen:

Anfahrtskosten

Die meisten Handwerker berechnen Anfahrtskosten von 20 bis 50 EUR pauschal oder 0,50-1,00 EUR pro Kilometer. Bei längeren Anfahrten (über 30 km) können die Kosten deutlich steigen.

Tipp: Frage vorher nach den Anfahrtskosten und wähle einen Betrieb in deiner Nähe.

Mindestpauschale

Viele Betriebe haben eine Mindestpauschale von 80 bis 150 EUR. Das bedeutet: Auch wenn die Arbeit nur 15 Minuten dauert, zahlst du den Mindestbetrag. Das deckt Anfahrt, Vor- und Nachbereitung.

Tipp: Sammle kleine Reparaturen und lasse alles in einem Termin erledigen.

Zuschläge

Für Arbeiten an Wochenenden, Feiertagen oder nachts gelten Zuschläge von 50-100% auf den normalen Stundensatz. Ein Notdienst am Sonntag kann also leicht das Doppelte kosten.

Samstag: +25-50%, Sonntag: +50-100%, Nacht: +50-100%

Meisterstunde

Wenn der Meister selbst kommt, liegt der Stundensatz oft 10-20 EUR höher als beim Gesellen. Bei Diagnose, Planung und anspruchsvollen Arbeiten ist der Meistereinsatz aber oft sinnvoll.

Tipp: Frage, ob ein Geselle die Arbeit erledigen kann — das spart Kosten.

Tipps für faire Handwerkerpreise

Immer Kostenvoranschlag holen: Verlange vor Auftragsbeginn einen detaillierten Kostenvoranschlag. So vermeidest du Überraschungen bei der Endabrechnung.
3 Angebote vergleichen: Hole mindestens 3 Angebote von verschiedenen Betrieben ein. Achte darauf, dass die Leistungsbeschreibungen vergleichbar sind.
Pauschale statt Stundenlohn vereinbaren: Bei klar definierten Arbeiten (z.B. "Wohnzimmer streichen") ist ein Festpreis oft günstiger als Abrechnung nach Stunden.
Nebensaison nutzen: Im Winter (November-Februar) sind viele Handwerker weniger ausgelastet und bieten günstigere Preise. Außenarbeiten sind ausgenommen.
Material selbst kaufen: Bei manchen Gewerken (z.B. Maler) kannst du Farbe selbst im Baumarkt kaufen und sparst den Aufschlag des Handwerkers (typisch 10-30%).
Steuern absetzen: Handwerkerleistungen können als haushaltsnahe Dienstleistung steuerlich abgesetzt werden — bis zu 20% der Arbeitskosten (max. 1.200 EUR/Jahr). Verlange eine ordentliche Rechnung!

Schwarzarbeit: Warum sich der billige Handwerker nicht lohnt

Manche Kunden sind versucht, Handwerker "ohne Rechnung" zu beauftragen, um die 19% MwSt. zu sparen. Davon ist dringend abzuraten:

  • -- Keine Gewährleistung: Ohne Rechnung hast du keinen Anspruch auf Nachbesserung bei Mängeln.
  • -- Keine Versicherung: Bei Schäden durch den Handwerker greift keine Haftpflichtversicherung.
  • -- Strafbar: Schwarzarbeit ist nach dem Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz strafbar — für beide Seiten.
  • -- Kein Steuerabzug: Ohne Rechnung kannst du die Handwerkerkosten nicht von der Steuer absetzen.

Unterm Strich spart man mit Schwarzarbeit kurzfristig, riskiert aber langfristig deutlich höhere Kosten bei Mängeln oder Schäden. Mehr zu den aktuellen Preisen für Malerarbeiten pro m² findest du in unserem separaten Ratgeber.

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